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In den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) stellen die Jünger dem Herrn auf dem Ölberg die Frage nach der Zeit und den Zeichen seiner Wiederkunft. In allen drei Evangelien beginnt die Antwort des Herrn mit der ausdrücklichen Warnung vor Verführung. In Mt.24,24 wird sogar vor der möglichen Verführung der Auserwählten gewarnt. Das hat mir etwas zu sagen. Es kann für mich nur bedeuten, dass die Zeit des Endes durch eine gewaltige Verführung gekennzeichnet ist. Diese Verführung ist so perfekt und umfassend, dass sie vielleicht sogar von den Auserwählten, in meinem Verständnis also von den Menschen, die von Herzen an Jesus gläubig sind, nicht wahrgenommen wird. Es kommt mir fast so vor, als hätte man die Brille auf der Nase sitzen und würde doch gleichzeitig danach suchen. Es ist ja schon im normalen Leben eine einfache Tatsache, dass man Gegenstände, die sich unmittelbar vor dem Auge befinden, nicht genau erkennt. Erst aus einer gewissen Mindestentfernung kann man sie besser fokussieren. Genauso verhält es sich mit lauten Geräuschen. In unmittelbarer Nähe des Ohres sind sie kaum zu ertragen und sie zerstören sogar mit der Zeit das Gehör. Nur in einiger Entfernung vom Ohr sind sie gut zu identifizieren und schadlos zu ertragen.
Frage: Könnte es sein, dass uns die Mächte der Verführung bereits auf der Nase herumtanzen, ohne dass wir sie überhaupt sehen? Könnte es sein, dass uns die Stimme der Verführung aus unmittelbarer Nähe so laut ins Ohr schreit, dass wir sie schon gar nicht mehr unterscheiden können, und dass unser Gehör für die Bedeutung schon längst zerstört ist?
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