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Frage 3: Wen muss der Antichrist bei seinem Kommen täuschen?
Frage 4: Wie wird der Antichrist praktisch vorgehen müssen, um die Täuschung zu schaffen?
Die Bibel sagt uns nach heute gängiger Lehre, dass der Wiederkunft des Herrn Jesus eine schreckliche Weltzeit vorangehen wird. Es werden weltweit viele Menschen sterben, die Natur wird zerstört werden, es werden Katastrophen, Kriege, Erdbeben, Seuchen, Wasserwogen und Hungersnöte an verschiedenen Orten sein. Besonders schwere Konflikte und Belastungen werden das Land Israel betreffen. Israel wird genau während der letzten sieben Jahre vor der sichtbaren Wiederkunft des Herrn die Zeit der Drangsal für Jakob (Jer.30, 7) durchleben müssen, an anderen Stellen auch die große Drangsal genannt.
Wenn sie am Rand der Vernichtung stehen werden, wird der Herr mit starkem Posaunenschall und einem Blitz vom Osten bis zum Westen nach Israel zurückkommen und sie retten. Er wird dabei zu einem bestimmten Zeitpunkt auf dem Ölberg erscheinen und von dort aus in Jerusalem einziehen als Retter und Erlöser. Er wird dann die restlichen Feinde richten, das Land reinigen, das Friedensreich ausrufen, den Tempel des Tausendjährigen Reiches bauen und das Land in der biblisch verheißenen Ausdehnung an die 12 Stämme Israels verteilen.
Man könnte noch einige andere Einzelheiten anführen, doch diese Grundlinien des Kommens des Herrn sind wohl klar und deutlich. Sie sind aber bei weitem nicht allen Menschen so genau bekannt. Und dies weiß der Antichrist. Er weiß, dass es ihm ein Leichtes sein sollte, die Angehörigen der anderen Weltreligionen zu täuschen. Auch mit den abtrünnigen Namenschristen und den säkularen Juden sollte er keine Schwierigkeiten haben, weil diese beiden Gruppen ihre Bibel sowieso nicht mehr kennen.
Schwieriger oder sogar unmöglich wird es sein, die wiedergeborenen Christen zu täuschen, die die prophetischen Schriften kennen und einigermaßen verstehen. Viele glauben, dass diese Gruppe bei seiner Ankunft schon nicht mehr auf der Erde sein wird, weil sie zuvor schon in den Himmel entrückt wurden. Ich persönlich bin mir da nicht so sicher, aber dazu soll vielleicht später noch etwas gesagt werden.
Die New Ager lehren auf ihren Seminaren, dass es auf der Erde eine größere Gruppe von Menschen gibt, die in ihrem Bewusstseinsstand noch nicht weit genug ausgereift sind, um die Prinzipien des Neuen Zeitalters verstehen oder akzeptieren zu können. Diese Gruppe von Menschen wird auch den Maitreya-Christus bei seiner Ankunft nicht akzeptieren wollen. Deshalb wird es kurze Zeit nach der Ankunft des Maitreya geschehen, dass diese große Gruppe von Menschen auf eine andere Bewusstseinsebene transferiert werden wird. Sie wird also von der Erde verschwinden. Könnte es sein, dass die New Age Bewegung hier ihre eigene Lehre verbreitet, mit deren Hilfe es möglich sein wird, für ihre Anhänger die Entrückung der Gemeinde wegzuerklären?
Diese Lehre könnte auch der Grund dafür sein, dass das System des Antichristen bisher noch nicht mit aller Härte gegen das christliche Zeugnis im Abendland vorgegangen ist. Möglicherweise wartet man einfach ab, weil man davon ausgeht, dass die unangenehmen und intoleranten Fundamentalisten nach diesem Übertritt in die andere Daseinsebene ja sowieso von der Bildfläche verschwunden sein werden.
Eine zweite Gruppe wird dem Antichristen ebenfalls große Probleme bereiten: Die orthodoxen Juden. Die kennen nämlich ihr altes Testament sehr gut und werden ihm genau auf die Finger schauen bzw. ihm genau zuhören, ob er die Worte der alttestamentlichen Propheten erfüllen kann. Und er wird es auch tun!
Meines Erachtens bleibt dem Antichristen, der ja trotz all seiner persönlichen Planungen letztendlich auch nur ein kleiner Mensch ist, und der somit den Regierungswegen Gottes untersteht, nur eine einzige Möglichkeit: Er muss seinen öffentlichen Auftritt in der Welt genau so vorbereiten, wie es die Bibel in ihren Prophetien sagt. Er muss vor seinem Kommen eine Situation in Israel und in der Welt erzeugen, die der Schilderung der Bibel über die letzten Tage der christlichen Haushaltung Gottes entspricht. Gott selbst in seiner Allmacht wird ihn dazu zwingen. Der Antichrist wird allerdings die ganze Zeit hindurch denken, dass er seine eigenen Pläne verwirklicht. Er wird nicht erkennen, dass er Gottes Weissagungen erfüllen muss, egal ob er es will oder nicht.
Dabei wird dem Antichristen entgegenkommen, dass die orthodoxen Juden zwar das Alte Testament gut kennen, jedoch das Neue Testament weit weniger. Gerade in den Evangelien, und hier besonders bei Matthäus und Lukas, finden sich entscheidende Aussagen über die letzten Tage des heutigen Zeitalters. Leider ist es so, dass heute nicht nur unter den Juden, sondern auch in weiten Teilen der Gemeinde Christi ein grundlegend falsches Verständnis der Kapitel Lukas 21 und Matthäus 24 verbreitet ist.
Wenn heute unter den Christen Matthäus 24 gelesen wird, werden sehr oft alle Aussagen dieses Kapitels der Zeit der großen Drangsal zugeordnet. Das ist eine grundlegende Fehldeutung. Das Kapitel Matthäus 24 zerfällt in sechs Teile. Die Verse 1 bis 13 reden von unserer heutigen Zeit, das ist die Zeit bis zur Entrückung der Gemeinde Christi. Vers 14 redet von der Zeit der 144.000 Juden des Zeugnisses, die das Evangelium des Reiches weltweit predigen werden. Dies wird erst nach der Entrückung der Gemeinde geschehen. Die Verse 15 bis 28 reden über die Zeit von der Aufstellung des Greuelgötzen im Tempel Jerusalems bis zur Versammlung der Heere des Antichristen in Harmageddon: Das Aas und die Geier in Vers 28. Siehe hierzu auch Jesaja 34,1-10; Hesekiel 39,17-20; Zephanja 1,7; Offenbarung 19,17-21. Diese Stellen reden von dem gleichen Ereignis, die Wortwahl stimmt überein. Anders gesagt: Die Verse 15 bis 28 sprechen von den letzten 1260 Tagen oder 3 ½ Jahren vor dem Kommen des Herrn. Die Verse 29 bis 35 reden von der eigentlichen sichtbaren Wiederkunft des Herrn auf den Wolken des Himmels. Die Verse 36 bis 42 reden von der Reinigung der Erde zu Beginn des Friedensreiches. Die Verse 43 bis 51 beschreiben gleichnishaft die Wachsamkeit der Gläubigen bis zur sichtbaren Wiederkunft des Herrn.
Der erste Teil des Kapitels redet also, wie gesagt, über unsere Zeit. Das ist nicht die Zeit unmittelbar vor der sichtbaren Wiederkunft unseres Herrn, sondern die Zeit vor der Entrückung, welche zeitlich zwischen den Versen 13 und 14 unseres Kapitels geschehen wird. Alle Ereignisse von Vers 1 bis 13 müssen sich vor der Entrückung ereignen. Ich denke, dass alle diese Ereignisse, die wir heute tatsächlich in der Welt beobachten können, der klare Hinweis darauf sind, dass das Kommen des Antichristen und die Entrückung der Gemeinde in den Plänen Gottes unmittelbar vor der Tür stehen. Ich bin davon überzeugt, dass der Antichrist und sein Weltsystem in unseren Tagen dabei sind, die Prophetien der Verse 1 bis 13 zu erfüllen. Es muss so geschehen, denn Gott hat es so verordnet.
Bei seinem direkten Kommen wird der Antichrist natürlich versuchen müssen, die Umstände des Kommens des Herrn möglichst genau zu imitieren. Diese Ereignisse finden sich , wie gesagt, erst in den Versen 29 bis 35 unseres Kapitels. Er muss den Ton einer großen Posaune sowie Zeichen und Wunder vom Himmel erzeugen. Er muss in der Lage sein, die bestehenden Konflikte zu beenden, um als der große Friedensbringer glaubwürdig zu erscheinen. Er muss dazu noch auf dem Ölberg erscheinen und in die Stadt Jerusalem einziehen.
Außerdem muss er seine Abstammung von König David irgendwie nachweisen oder konstruieren. Nach seiner Ankunft muss er das Land von allen Waffen des Krieges und von den Zerstörungen reinigen, es in der biblisch verheißenen Ausdehnung an Israel verteilen und den Tempel bauen. Dazu noch muss er eine wunderbare Zeit des Friedens ausrufen. Nur wenn ihm alle diese Dinge überzeugend gelingen, werden die Juden mehrheitlich bereit sein, einen Vertrag mit ihm zu unterzeichnen.
Es wird natürlich auch dann noch eine Gruppe geben, die ihm nicht vertraut, und das wird der treue jüdische Überrest sein. Die Vertragsunterzeichnung zwischen dem Antichristen und der großen Masse der jüdischen Bevölkerung für sieben Jahre wird den Beginn der letzten Jahrwoche Daniels und somit der wirklichen großen Drangsal markieren, die dann erst zur wirklichen Wiederkunft des Messias Israels führen wird. Zur Mitte dieser sieben letzten Jahre wird der treue Überrest Israels in die Wüste fliehen (Mt.24, Dan.11, Off.12). Erscheint das irgendwie denkbar? Ich glaube, dass es in unseren Tagen erlaubt oder sogar geboten ist, über diese Dinge nachzudenken. Wir kommen zur nächsten Frage unserer Liste.
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